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Des Falken tiefer Sinn

Das ökonomische System nach anarchistischer Theorie und Praxis

Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und Freiheit sind für uns die fünf Grundpfeiler einer freien Gesellschaft auf denen sich alles andere wie Unabhängigkeit, kulturelle Freiheit und Entwicklung ergründen lässt.
All jene müssen als Prioritäten einer jeden modernen autonomen Gesellschaftsform gelten.

Gerade in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, in denen Euro und Rettungsschirm an Vertrauen und Glaubwürdigkeit, das herrschende Banken- und Zinssystem an offizieller Sinnhaftigkeit verlieren, gewinnen alternative Gemeinwesen wieder regelrecht an Hochkonjunktur.
Ob “Occupy Wall Street“ oder die Demokratie-Bewegung „Democracia real ya“, sehnen sich die Menschen nach etwas ganz neuem, einer Alternative zum herrschenden Finanzsystem.
Anspruch auf politische Teilhabe, eine Reform des Wirtschaftssystems, die den Menschen in den Mittelpunkt und nicht unter kommerzielle Interessen stellt.
Mit Geldern, die sie physisch gar nicht hatte, bewahrte Spaniens Regierung Ende 2008 die Banken vor einem Kollaps durch ein Milliardenverfahren. Unternehmen kassieren ein Budget von 50 Mio. €. während IWF und die Rating-Agenturen die Schulden zu Lasten der Bürger noch einmal in die Höhe trieben. Der spanische Mobilfunkkonzern „Telefónica“ kündigte die Arbeitsverträge von ca. 6 000 Mitarbeitern – und zahlte seinen Managern Gehälter in Höhe von 450 Millionen Euro und 6,9 Milliarden Euro an Boni.

DeutscheBankAG

„Spanien hat sich Merkels Diktat unterworfen und füttert weiter die Deutsche Bank.“
- Miguel Martínez -

So bot die Deutsche Bank auf dem bereits überlaufenen spanischen Immobilienmarkt Kredite von 120 Prozent des Immobilienwerts, 45 Jahre Laufzeit für Kunden ohne Arbeitsvertrag. Deutsche Fondsmanager griffen dann kräftig beim Aufkauf der Hypothekenpakete zu.
40% aller Jugendlichen finden keine Arbeitsstelle und noch viel mehr erkämpfen sich einen Hungerslohn in meist prekären Beschäftigungsverhältnissen, die hierzulande mit dem Begriff „Generation Praktikum“ definiert werden. In keinem anderen Land ist die Jugendarbeitslosigkeit höher.

Auf der Liste der 147 weltweit einflussreichsten Unternehmen, platziert sich die Deutsche Bank AG bereits auf Rang 12 ein. Beziehungen und Tochtergesellschaften zwischen den Unternehmen verlaufen sich in gar endlose Verzweigungen, Holdings, sich wiederholende Namen mit unterschiedlichen Gesellschaftsformen, Querverbindungen oder nicht verfolgbare Aktien mit unbestimmter Teilhabe.

Selbstverwaltung und Arbeitersyndikat

Es versteht sich von selbst, dass das ökonomische bzw. wirtschaftliche System einer freien Gesellschaft anders aussehen muss als die heutige kapitalistische Verwertungslogik.
Das Kapital in den Händen weniger Unternehmer häuft sich mehr und mehr an und führt so unausweichlich zur Bildung von Monopolen, die zentral die ganze Wirtschaft kontrollieren. Dieses wird ausgeweitet und kommerzialisiert sämtliche Bereiche unseres Lebens. Die Folge davon ist eine gänzliche Verelendung der Arbeiterklasse. Das kapitalistische Wirtschaftssystem beruht auf dem Prinzip der Ausbeutung und des Mehrwerts und bringt nach dem Schema Lohn-Preis-Profit immer mehr Ungerechtigkeit und soziales Elend mit sich. Des Weiteren, kann der Kapitalismus aus logischen Gründen das reguläre Auftreten von folgeschweren Wirtschaftskrisen, wie wir sie auch heute wieder haben, nicht verhindern. Diesen Krisen fallen für gewöhnlich Millionen von Arbeitern, nie aber die Reichen zum Opfer.

Weiter wird der Arbeiter aus Gründen der Kostenersparnis gezwungen, menschenunwürdige, einseitige oder gefährliche Arbeit zu leisten, zu der er keine Beziehung hat und die er für andere macht. Das nennen wir Entfremdung.
Die Arbeitsverhältnisse haben sich mit den Jahren gebessert aber der gesamte Wohlstand der westlichen Welt beruht mehr denn je auf der hemmungslosen Ausbeutung der Völker Asiens, Afrikas und Südamerikas. Wir können unsere Dose Ananas nur deshalb so billig kaufen weil irgendwo in Formosa und anderswo in der Dritten und Vierten Welt Menschen verhungern.

Das Wirtschaftsmodell nach anarchistischer Theorie muss vor allem zwei Bedingungen erfüllen: humanitäre Arbeits- und Konsumverhältnisse ermöglichen und effektiv produzieren.
Genau wie alle anderen Gesellschaftsbereiche, so werden auch Wirtschaft und Industrie von „unten nach oben“ organisiert werden, d. h. auf der Grundlage von freien und gleichberechtigten Produktionsgemeinschaften, die sich nach den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Arbeiter und Verbraucher zu wirtschaftlichen Föderationen zusammenschließen. Dasselbe gilt für die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Aus Konkurrenz entsteht gemeinschaftliches Handeln, das Solidaritätsprinzip.
Die Wirtschaft darf also nicht durch Grenzen und zentrale Planung gehemmt werden, sondern sich von der Basis her an den tatsächlichen Bedürfnissen der Produzenten und Konsumenten orientieren.
Industrie und Produktionszweige würden sich zu Räten zusammenschließen, die aus ihrer praktischen Erfahrung Probleme, wie z. B. Transport. Rohstoffgewinnung, Lagerung und Verteilung der Güter, beraten, entscheiden und umsetzen.
Ein solches Prinzip nennt man „Räteprinzip“ oder „Selbstverwaltung“ und ist die bisher demokratischste gesellschaftliche Organisationsform.

Bedürfnisproduktion

Mit der kapitalistischen Produktionsweise fällt auch sein charakteristischstes Merkmal – das Geld. Geld ist mehr als nur eine praktische Instanz, die nur dazu dient, dem unflexiblen Tauschgeschäft entgegenzuwirken. Geld bedeutet mehr als nur universeller Warenersatz. Geld kann sich, ohne dass sein Besitzer auch nur einen Finger krumm macht, vermehren. Man kann es unbegrenzt aufheben und horten, es ist ein abstrakter Wert, der sich anhäuft, indem man u.a. einen Prozentualanteil an Verleihgebühren erhebt und weiter verwertet. Geld kann sich verselbständigen, Geld ist das Wahrenzeichen sozialer Ungerechtigkeit und der Arroganz der herrschenden Klasse. Der Geldbedarf steigt und verwickelt die Arbeiterklasse in die Abhängigkeit des Bankensystems. Papiergeld hat ohnehin keinen Materialwert und repräsentiert somit nur einen Anspruch auf hinterlegte physische Werte.
Was aber geschieht, wenn das Geld abgeschafft ist? Müssen wir dann nicht doch wieder mit Kuh und Ziege tauschen gehen? Die Lösung ist ganz einfach.
Die Produktionsweise in der neuen Gesellschaft bezeichnet man als eine Bedürfnisproduktion. Das bedeutet, dass unter der größtmöglichen Ausnutzung aller technischen und wissenschaftlichen Gegebenheiten und unter der größtmöglichen Verminderung entfremdeter menschlicher Arbeit genau das produziert wird, was alle Bürger zum Leben, Vergnügen und zur Bequemlichkeit brauchen – nicht mehr und nicht weniger. Und das ist beim heutigen Stand der Technik ohne weiteres möglich.
In unserem heutigen System ist dies jedoch ganz anders. Der größte Teil der Menschheit bekommt nicht einmal genug zu essen, während eine Minderheit im Überfluss lebt. Die ärmsten zwei Drittel der Bevölkerung in der BRD verfügen gemeinsam gerade mal über 10 Prozent des gesellschaftlichen Reichtums, während die reichsten 10 Prozent sich zwei Drittel des Vermögens teilen. Für jene wird Luxus produziert.

Viele Bedürfnisse werden erst künstlich geweckt, damit die Industrie das neue Bedürfnis dann wieder befriedigen kann. Verantwortungslose Kreditvergabe an diejenigen, die ohnehin keinen Kredit benötigen, werden somit in die Schuldenfalle gelockt. Der Geldbedarf steigt. Weiteres Geld wird u.a. für Forschungszwecke wie den Flug zum Mond ausgegeben, für den höchstens ein rein wissenschaftliches Bedürfnis besteht. Angesichts der gravierenden Missstände in der Welt sollte uns diese irrsinnige Verschwendung von Produktionskraft zu denken geben. Denn bevor dem menschlichen Forschungsdrang in dem Umfang Genüge getan wird, müssen derartige verheerende Verhältnisse erst bekämpft werden.
All das aber fiele bei einer Bedürfnisproduktion weg. Es gibt Berechnungen amerikanischer Universitäten, die besagen, dass bei einer konsequent durchgeführten Bedürfnisproduktion, die Bedürfnisse aller Menschen befriedigt würden und das bei einer täglichen Arbeitszeit von vier bis fünf Stunden. Was auf den ersten Blick unrealistisch wirkt, wird aber nur logisch, wenn wir uns klarmachen, dass allein für die Rüstungsindustrie in der BRD jährlich 60 Mio. € ausgegeben werden. Wir können also davon ausgehen, dass in der Bedürfnisproduktion soviel produziert wird, dass genug für alle Menschen da sein wird.
Ein Bäcker produziert Brötchen und ein Mobilfunkanbieter verkauft Handys. Der Mobilfunkanbieter wird sich jeden Morgen beim Bäcker seine Brötchen holen, soviel er braucht, ohne diesem dafür Geld oder gar ein Handy geben zu müssen. Dafür wird sich aber der Bäcker, wenn sein altes Handy nicht mehr zu reparieren ist, ein neues Handy nehmen, und zwar ohne dafür Geld oder gar mit einem Lastwagen voll Brötchen zu bezahlen.
Dieses Beispiel ist bewusst stark vereinfacht. Tatsächlich wird die Güterverteilung, sofern es sich nicht um tägliche Verbrauchsgüter handelt, zur Aufgabe der Produktionsräte gehören, damit eine möglichst gerechte Verteilung der Waren gewährleistet ist, denn die Bedürfnisproduktion wird sich nicht von heute auf morgen und ohne Schwierigkeiten verwirklichen lassen.

Was geschieht aber mit Leuten, die nicht arbeiten wollen?
Arbeit und dem damit verbundenen Beitrag an die Gemeinschaft ist in einer libertären Gesellschaft ebenso essentiell wie in jedem anderen Gesellschaftsmodell auch. Arbeit im Kapitalismus bedeutet für fast alle Menschen Entfremdung. Alle Arbeitsvorgänge müssen mehr nach ihrer Menschenfreundlichkeit als ihrer Produktionskraft orientiert werden. Freundlichere Arbeitsplätze, kürzere Arbeitszeit und somit auch mehr besetzbare Stellen. Regierungsbeamte zahlen sich stets höhere Gehälter, die Arbeiterklasse schaufelt haufenweise Geld in die Kasse während sich die Unternehmer und Industriellen in unverschämten Ausmaß daran ergötzen.

Wenn die Arbeit nach und nach die neu bestehende Ordnung aufrecht erhält und somit den Wohlstand aller Mitmenschen erübrigt, werden sich die meisten Menschen an der allgemeinen Arbeit beteiligen.
Jemanden aber zur Arbeit zu zwingen, würde gegen die freiheitlichen Prinzipien des Anarchismus verstoßen. Auf der anderen Seite kann aber auch keine freie Kommune gegen ihren Willen gezwungen werden, Menschen, die nicht arbeiten wollen, in ihre Gemeinschaft aufzunehmen und zu versorgen. So wird dies letztlich immer im Ermessen der Kommunen bleiben und folglich von ihrem Wohlstand abhängen.

Was ist, wenn sich manche Menschen mehr nehmen, als ihnen zusteht?
Mit der Zeit werden selbst die Letzten merken müssen, dass das Horten von Waren in einer geldlosen Gesellschaft Irrsinn ist. Verkaufen oder stehlen kann man nichts mehr, da man sowieso alles „umsonst“ bekommt. Und mehr essen, als der Magen verträgt, kann man nicht, ebenso wenig wie in zwei Häusern zugleich wohnen, zwei Autos zugleich fahren oder in zwei Fernseher gleichzeitig sehen.
Kriminalität bzw. Diebstahl, Raub oder Einbruch und somit auch der Warenbesitz als Prestigeaspekt einer Klassenzugehörigkeit, als Beweis für Wohlstand und Luxus haben mit der Abschaffung der Klassengesellschaft ihren Sinn verloren.
Mit der sozialen Ungerechtigkeit steigen auch Kriminalität und Unruhen. In einer freien Gesellschaft, in der die Gleichverteilung von Gütern gewährleistet ist, ist Kriminalität quasi bis auf ein Minimum ausgerottet. Somit stellt sich auch die Frage der Sinnhaftigkeit der Polizei.

Dieses Wirtschaftsmodell hat nach erwähnter Theorie in den bisher einzigsten aber erfolgreichen anarchistischen Gesellschaftsmodellen in der Ukraine von 1918 – 1922 und Spanien von 1936 – 1939 tatsächlich auch so funktioniert. Die Arbeitswelt konnte erheblich humanisiert werden, da alle Betriebe von den Arbeitern selbst übernommen und kollektiviert, die Verwaltung reduziert und ebenso wie alle Dienstleistungen, Transportfragen und die Kriegsführung nicht mehr vom Kapital und der Regierung, sondern einzig von den demokratischen Räten der Arbeiter, Bauern und Milizionären besorgt wurden. Die Produktion stieg an, die Löhne konnten durch die enormen Einsparungen an Bürokratie, gehoben werden und in ersten Ansätzen sogar die Arbeitszeit gesenkt werden. Beiden Modellen ist es trotz bestehender Kriegsverhältnisse gelungen, ihre Industrie zu vergrößern, die Wirtschaft anzukurbeln und auf kulturellem Gebiet das Fundament für eine neue Gesellschaftsordnung zu legen.
War die Ukraine mehr ein Agrarland mit wenig Industrie, so haben wir in Spanien mit seinen Industriezentren in Barcelona und Valencia ein typisches Beispiel dafür, dass das anarchistische Prinzip der Selbstverwaltung und der Bedürfnisproduktion auch in modernen Industrieländern möglich ist.

Anarcho-Syndikalismus

Der Anarcho-Syndikalismus ist die gewerkschaftliche Organisationsform des Anarchismus, der die Arbeiterklasse über Gewerkschaften organisiert und vereint.
Eines der Hauptbetätigungsfelder ist der Klassenkampf, welcher sich im betrieblichen Sinne um mehr Lohnausgleich bei verkürzter Arbeitszeit bemüht. Dieser fungiert über direkte Aktionen wie Blockaden oder Streiks, mit Hilfe dessen die Produktion oder gar ganze Betriebe lahm gelegt werden können.

Der Anarcho-Syndikalismus ist ein Grundbaustein revolutionärer Praxis wie auch Aktionsform, bildet eine zentrale und effiziente form gewaltfreien Widerstands ist somit für den Befreiungskampf unablässig.

AnarchoSyndikatSchwarzeKatze

Fassen wir die Thesen der ökonomischen Organisation der Anarchisten kurz zusammen: Arbeiterselbstverwaltung, Bedürfnisproduktion, Abschaffung des Geldes, Humanisierung der Arbeitswelt, Ausnutzung der technischen Mittel und wirtschaftliche Koordination nach dem Räteprinzip.
Ohne eine freie Organisation der Wirtschaft ist eine freie Gesellschaft nicht möglich – und umgekehrt; beide sind unlösbar miteinander verbunden.

„Nur dann bin ich wahrhaft frei, wenn alle Menschen, die mich umgeben, Männer und Frauen, ebenso frei sind wie ich.“
– Michael Bakunin –

Anmerkung:
Einige Textpassagen übernommen aus „Was ist eigentlich Anarchie?“ (Karin Kramer Verlag) von 1997

AnarchoRevolte

Anarchismus

Anarchie oder auch Anarchismus genannt, beschreibt einen gesellschaftlichen Zustand, in dem es keinen Staat und keine Regierung mehr gibt.
Anarchismus beinhaltet den Gedanken, dass alle Menschen unterschiedliche Individuen sind, und sie als diese akzeptiert und toleriert werden sollen.
Anarchisten streben danach, die offensichtlichen oder subtilen Formen der Herrschaft, denen jeder von uns unterworfen ist, aufzuzeigen und zu bekämpfen.

Anarchie bedeutet keinesfalls Chaos und Regellosigkeit sondern eher Ordnung und Regeln OHNE Herrschaft mit einem Maximum an Freiheit des Individuums.
Anhand eines Schachspiels können wir erkennen, das es in einer Gemeinschaft Regeln geben muss um das menschliche Miteinander zu ordnen, dafür bedarf es jedoch keinerlei Herrschaft bzw. Autorität.
Anarchie ist ein Zustand in dem Individuen in gegenseitigem Vertrauen und Respekt zueinander leben.

Der Anarchismus hat gemeinsame Wurzeln teils aus der europäischen Aufklärung, wie auch von föderalistischen Gesellschaftsstrukturen indigener Völker
in Amerika erhalten, die sich quasi basis-demokratisch ohne Staat organisiert haben. Der Anarchismus ist undogmatisch und wird somit laufend kritisiert und verbessert.
In einer anarchistischen bzw. libertären Gesellschaft, sind Ausbeutung und Entfremdung, Konkurrenz, Unterdrückung, Militarismus und Befehlsprinzip, Krieg und grobfahrlässige Naturzerstörung
überwunden.
Alle haben gleiche politische und soziale Rechte und organisieren ihr Leben selbstbestimmt, ohne staatliche Behörden, Stellvertreter mit freiem Mandat, Chefs oder ausbeuterische Wirtschaftssysteme. Die Produktion, die Bildung, die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen und Versorgungssysteme, etc. sind selbstverwaltet, dezentral und transparent organisiert und dienen dem Wohlstand aller, nicht dem Profit einer Minderheit. Produziert wird nicht für den Markt sondern für alle und das zu umwelt- und sozialverträglichen Bedingungen.
Dem Individuum wird ein Maximum an persönlicher Entfaltung ermöglicht. Kinder wachsen in einem Klima auf, in dem sie von Anfang an lernen, respektvoll und solidarisch miteinander umzugehen.
Mit Faustrecht, Bürgerkrieg, Plünderung oder Chaos hat Anarchie, nicht das Geringste zu tun.

Geschichte des Anarchismus

Der Begriff Anarchie stammt vom griechischen „An-Archia“ (herrschaftsfrei) und wurde schon frühzeitig in Zusammenhang mit anti-autoritären Arbeiterbewegungen aufgegriffen. Das Modell des modernen Anarchismus entstand in vielen Fällen aus den Freiheitskämpfen heraus und wurde durch zahlreiche bedeutende Theoretiker und Revolutionäre im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und optimiert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Ukraine, ausschlaggebend durch die russische Revolution und den Widerstand gegen die bolschewistische Parteiherrschaft, die erste anarchistische Gesellschaftsordnung ermöglicht. Diese wurde jedoch 1917 durch die Besetzung der Achsenmächte und die Wiedereinführung des Zaren zunichte gemacht.
Als im Juli 1936 die neu gegründete links-sozialistische Republik in Spanien, durch einen Staatsstreich der Faschisten unter General Francisco Franco abgelöst worden war, wurde der Putsch durch die anarchistische Bewegung innerhalb weniger Tage vereitelt und der Anarchismus eingeführt. Dieser wurde in den Hochburgen der Anarchisten, Andalusien und Katalonien, sowie in den Industriegebieten Madrids, Barcelonas und Valencias bis zur militärischen Unterstützung Francos durch Hitler 1939 erfolgreich etabliert.

Anarchismus in den Medien

Der durchschnittliche Bürger macht sich mit den Worten: „Anarchie würde nie funktionieren“, seine zwei Minuten Gedanken über den Begriff „Anarchismus“ und meint, damit wisse er bereits alles.

Der Anarchismus wird in den Massenmedien, wie auch von Staat und Behörden, laufend diffamiert und missbraucht. Im Duden ist die Ideologie des Anarchismus als schlichte „Gesetzlosigkeit“ definiert, während das Fernsehen und Zeitung den Begriff verwenden, um chaotische und kritische Regionen oder Zustände zu beschreiben. So wurde u.a. als zu Zeiten der Notlage in Haiti die Plünderungen ausbrachen, die Situation als „Anarchie“ betitelt.
Zudem wird nach den Vertretern des Anarchismus immer öfter mit der „Extremismus-Keule“ geschlagen und somit anarchistische Aktivisten und Radikale Linke in einen Topf geworfen oder gar als „gewalttätige Chaoten“ oder „erlebnisorientierte Krawalltouristen“ „ohne jegliche politische Grundlage“ verleumdet.

In Wahrheit jedoch waren u.a. Anarchisten die ersten Menschen, die auf Umweltprobleme hingewiesen haben. Anarchisten haben im Laufe der Geschichte immer wieder den Faschismus und den Imperialismus bekämpft.
Zudem ist der Anarchismus die einzige Alternative einen freien und menschlichen Sozialismus zu gewährleisten.

„Die Regierung des Menschen über den Menschen ist Sklaverei. Wer immer die Hand auf mich legt, um über mich zu herrschen, ist ein Usurpator und ein Tyrann. Ich erkläre ihn zu meinem Feinde.
Regiert sein, das bedeutet unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Kraft dazu haben…
Regiert sein bedeutet, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, versteuert, patentiert, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden. Es bedeutet, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, misshandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, schikaniert, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.“

– Pierre-Joseph Proudhon –

Anarchie

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Autonom Anarchistische Allianz -A2A
Autonom Anarchistische Allianz -A2A
Autonom Anarchistische Allianz -A2A
Autonom Anarchistische Allianz -A2A

Die A2A – Wer wir sind

A2A-Falke

Wir sind eine anarchistische Widerstandsbewegung, bestehend aus einem bundesweiten Netzwerk berufstätiger Jugendlicher und junger Erwachsener.
Unser erklärtes Ziel, das Individuum eines jeden Menschen zu beschützen steht im Einklang mit einer gesellschaftlichen Umwälzung zugunsten von Freiheit, Gleichheit und Solidarität.
Wir distanzieren uns in der Begrifflichkeit von der Bezeichnung „Protestbewegung“ insofern, als das wir es durch unser Wort nicht dabei belassen die Parlamente für die Aufgabe gesellschaftlichen Wohlstands verantwortlich zu machen. Nachhaltige Veränderung kann es nur durch den revolutionären Gedanken und dem Verantwortungsbewusstsein der Menschen geben, die sie unterstützen. Wir plädieren auf die Vernunft und die Gemeinnützigkeit der Menschen selbst diese Probleme in die Hand zu nehmen anstatt diese einer profitorientierten Klasse zu übertragen, die sie selbst verursachen.
Wir haben uns zur Aufgabe gemacht und dem Pflichtbewusstsein verschrieben für die Rechte und Freiheiten von Mensch und Tier einzustehen und diese zu erkämpfen wann immer sie bedroht werden.
Unsere Allianz ist gedeckt durch gewaltfreie Aktionen und politische Events, Aufklärungsbeiträgen und Nachrichtenartikel sowie Aufrufen zur Teilnahme an Spendenaktionen oder Beihilfe durch direkte finanzielle Beteiligung.

Das Individuum eines jeden Menschen zu akzeptieren und zu bewahren ist einer der wichtigsten Grundsätze des Anarchismus.

Wir stehen ein für ein alternatives Gemeinwesen ohne Ausbeutung und Entfremdung.
Wir kämpfen für eine freie klassenlose und anti-autoritäre Gesellschaft auf basis-demokratischer Ebene.