Archiv für September 2010

Sozial- oder Staatskritik?

Wo Merkel & Co. bereits über ein Ende der Krise berichten, wird der aufkeimende Pöbel gerade erst warm. Immer mehr Menschen zieht es auf die Straßen, zu denen auch immer mehr Jugendliche zählen.
Einerseits erfreulich, da sich gerade auch junge Menschen von den führenden Parteien distanzieren, stellen wir uns jedoch die Frage worauf Mensch sich staatskritisch überhaupt bezieht? Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sind die Hauptfelder dieser Debatten. Das war und ist auch heute noch ein problematischer Bestandteil dieser Gesellschaft, dass sich der Mensch gerade dann im Stich gelassen fühlt, wenn ein sozialer bzw. wirtschaftlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Das „Geld“ ist vielleicht auch die eigentliche Mauer in den Köpfen vieler Bürger, wonach es vielen Menschen schlichtweg einfach noch zu gut geht um sich politisch und sozial zu engagieren. Darauf bezieht sich auch ein hoher Anteil der heutigen Jugend. Soziale und politische Brennpunkte, wie beispielsweise die Wirtschaftsinteressen in Afghanistan, die tausende zivile Opfer in einem vermeintlichen „Stabilisierungseinsatz“ forderten, interessieren im Prinzip „kein Schwein“. Auch der steigende Ausbau der BRD zu einem präventiven Überwachungs- und Polizeistaat wird u.a. noch zunehmend ignoriert, verharmlost oder gar verleugnet. Zumal die sächsische CDU in ihrem grenzenlosen Einfallsreichtum aktuell den vereinfachten Einsatz von Wohnraum- und Telekommunikationsüberwachung quasi ohne richterlichen Beschluss debattiert.
Viel zu oft stellt sich die Frage, wo in der heutigen Gesellschaft denn eigentlich die Schmerzgrenze liegt.

Lichtpunkte dagegen bilden immer wieder Massenversammlungen wie die kürzlich stattgefundene „Freiheit statt Angst“-Demonstration der „Get Out Of Control“-Bewegung in Berlin, die immer mehr Zulauf finden und ein hohes positives Öffentlichkeitspotenzial mit sich bringen.
Wir hoffen darauf, dass sich die Menschen auch künftig für die Freiheiten und Bürgerrechte anderer wie auch für sich selbst engagieren und dafür eintreten.

N24 über 9/11

Anlässlich des Jahrestags der 9/11-Tragödie wurde Mensch an diesem Tag von diversen Reportagen und „Aufklärungsbeiträgen“ in den Medien geradezu überrollt. Ein Sender sticht dabei in gewisser Weise ganz besonders hervor.
Zu sehen war eine Dokumentation über die angeblichen Unwahrheiten von sogenannten „Verschwörungstheoretikern“, wie der Nachrichtensender N24 sie nennt.
Haben die Moderatoren zumindest ansatzweise versucht die offizielle Version der US-Regierung mit den „Verschwörungstheorien“ zu vergleichen, blieben die „entlarvten Ungereimtheiten“ dabei interessanterweise aus.
Aus einer ganzen Reihe von Widersprüchen auf die sich die „9/11-Truth“ argumentativ bezieht, wurden lediglich nur diejenigen Aspekte angesprochen und hinterfragt, die nach unserer Meinung für eine Stütze ihrer Glaubwürdigkeit eher belanglos sind. Verteidigt wurde die offizielle Version von Redakteuren des „Popular Mechanics“, die nicht unbedingt für ihr selbstbestimmtes Denkvermögen bekannt sind. Subjektive und im Prinzip inhaltlose Aussagen alla „Das ist alles Propaganda“ werden hier als Gegenargumente präsentiert und verkauft.
Der Herausgeber des „Skeptic Magazine“, das angeblich Verschwörungstheorien erfolgreich entlarvt, konnte uns leider auch nicht mehr erzählen als „Nein das war nicht so“ oder „Das kann nur so gewesen sein“.

Auf die gerade interessanten Details der 9/11-Truth ist man hier leider nicht eingegangen. Aus der zweiteiligen „Dokureihe“ wurde letztendlich eine unvollständige haltlose Analyse über die 9/11-Bewegung.

Schade, denn im Prinzip hätten wir uns über eine unparteiische Debatte im Sinne der Gegenüberstellung der jeweiligen politischen Rivalen gefreut. Ein wenig Gegenwind zu den mitunter auch im „freidenkerischen Lager“ gar fanatischen Anhängern wäre ganz interessant gewesen.

Fazit: Zu viel Fernsehen verblödet. Benutzt den eigenen Verstand!